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16.05.2008

Streit um die Satellitenschüsseln

In der Ortschaft Salt, wo mehr als 40 % der Einwohner Immigranten sind, gibt es an fast jedem Balkon eine Satellitenschüssel. Die Menschen aus fernen Ländern wollen das Fernsehen ihrer Heimatländer empfangen können. Dass diese großen Schüsseln an Fassaden und Balkons häßlich sind, nehmen sie in Kauf. Nun hat die Stadtverwaltung die Verordnung erlassen, dass solche Satellitenantennen nur noch oben auf dem Dach installiert werden dürfen. Sie setzte eine Frist von 14 Tagen, um sie von allen anderen Stellen abzumontieren. Sollte man dieser Aufforderung nicht nachkommen, werde ein Bussgeld von 150 Euro erhoben und die Eigentümer bekämen weitere 14 Tage Frist zur Erfüllung der Vorschrift. Bliebe diese ein weiteres Mal aus, würde sich die Strafe auf 1.500 Euro erhöhen und die Stadtpolizei würde die Antennen abnehmen. Ein Sprecher der Immigrantenvereinigung lehnte die Zusammenarbeit mit der Behörde ab. Mit Strafen und Polizeieinsatz sei ihnen nicht geholfen. Man müsse vielmehr den Dialog  mit den Neubürgern pflegen.

 

Kinder fordern „junior bicing“

Nach dem großen Erfolg des neuen  Systems „bicing“, mit dem Erwachsene ihre Berufs-und Einkaufswege mit einem geliehenen Rad innerhalb Barcelonas erledigen können, forderten jetzt auch Kinder ein  „junior bicing“.Bei  einer öffentlichen Anhörung von Kinder-und Jugendwünschen durch Bürgermeister Jordi Hereu wurde klar, dass die Jugendlichen präzise Vorstellungen davon hatten, wie ein solches System funktionieren müsse. Der Bürgermeister kam dabei ins Schwitzen, mußte er doch sagen, weshalb es a) ein solches System für Kinder noch nicht gebe, b) weshalb das bisherige nicht auch nachts funktioniere und wie man sonst aktiv dazu beitragen könne, dass der Klimawechsel keine allzu schlimmen Folgen für die Umwelt habe.  Dem Bürgermeister stand bei der Befragung durch  die 190 Jungen und Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren  aus  sechs Schulen der katalanischen Hauptstadt ein Fachmann für Verkehrswesen zur Seite.. Er erklärte ihnen, dass nachts die vielen Fahrräder repariert werden müßten, die am Tage einen Platten bekommen, deren Bremsen nachgeben oder deren Lichter versagen. „Wie bei der Metro“, führte der Begleiter von Jordi Hereu aus. Fürs erste gaben sich die Jungen und Mädchen damit zufrieden. Seit Beginn des Schuljahres stand Hereu schon 1.200 Schülern Rede und Antwort.

 

Tag der Museen

Am Samstag, den 17. Mai  wird in 40 Ländern der Tag des Museums begangen. Daran beteiligen sich geschätzte zweitausend Häuser. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Europäisches Jahr des Kulturdialogs“ und zieht sich über das ganze Jahr hin. Rund 195 Veranstaltungen sind allein in Katalonien geplant.  In Barcelona beteiligen sich  20 Museen, die auch die Literatur in ihre Darbietungen einbeziehen.  Das Programm „Las voces literarias“ (Stimmen der Literatur) wird zusammen mit dem katalanischen PEN-Club ausgerichtet. Dabei kommen nicht nur einheimische katalanische Schriftsteller zu Gehör, sondern auch hier ansässige ausländische Dichter.

 

Immer mehr gefälschte Medikamente

 Die Gesundheitsbehörden der EU haben bereits vor zwei Jahren 2,7 Millionen gefälschte Medikamente aus dem Verkehr gezogen, das waren fast 400 % mehr als ein Jahr zuvor. Solche Medikamente, die vor allem über das Internet vertrieben werden, bieten keinerlei Garantien für Wirksamkeit und Verträglichkeit.  Inzwischen ist der Vertrieb so raffiniert geworden, dass viele dieser „Heilmittel“ sogar auf legalem Wege in die Europäische Union gelangen.

 

Starrichter spricht über Homosexualität

Der Madrider Starrichter Fernando Grande-Marlaska sprach vor einer Gruppe von 70 Jugendlichen über Homosexualität, Transsexuelle und Lesben. „Jeder kennt einen entfernten Bekannten oder sogar einen Freund, der diese Veranlagung hat, aber keiner gibt gerne zu, dass sein eigener Bruder oder Cousin homosexuell ist“. Grande-Marlaska ist Untersuchungsrichter im Gerichtshof Audiencia Nacional und vertrat den noch berühmteren  Baltasar Garzón während dieser ein Sabbatjahr in New York  einlegte. Er gilt in Fachkreisen als riguros, seriös und unbeeinflußbar von  öffentlicher Meinung. Ihm oblag auch die Untersuchung des tragischen Falles des im Jahre 2005 in der Türkei abgestürzten Flugzeuges, mit dem 62  spanische Soldaten nach einem Afghanistaneinsatz in die Heimat zurückgebracht werden sollten und dabei den Tod fanden.

Der Richter erklärte der jugendlichen Zuhörerschaft, er selbst habe sich 25 Jahre lang nicht getraut, seine sexuelle Ausrichtung offen zu leben. Diese habe ihn auch fünf Jahre Kontakt mit der eigenen Mutter gekostet, da sie mit seinem Lebenspartner nicht einverstanden gewesen sei. Noch heute liege, so Grande-Marlaska, die soziale Realität weit hinter der legalen Realität.

Homosexualität ist heute in Spanien rechtlich voll anerkannt und die Bürgermeister der Städte sind gehalten, auch Ehen unter gleichgeschlechtlichen Partnern zu vollziehen.

 

 

Deutliche Worte von Starkoch  Santamaría

Er hat den mit 60.000 Euro dotierten Preis des Verlages Temas de Hoy (heutige Themen) gewonnen, der Starkoch Santiago Santamaría. Sein Buch, das in Kürze erscheint, heißt „La cocina al desnudo“ und wurde unter 86 Beiträgen ausgezeichnet. Der Jury gehörte der Arzt Santiago Dexeus von der berühmten gleichnamigen Klinik in Barcelona an, der Historiker Fernando García de Cortázar sowie zwei Schriftsteller. Der aus  Sant Celoni unweit von Barcelona stammende Koch mit den drei Michelinsternen machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Mein Buch könnte auch heißen „Tausche Chef gegen frische Tomaten“, ironisierte der rundliche Mann, der sich für eine gesunde Küche mit frischen Zutaten einsetzte. „Was uns manche Chefs vorsetzen, hätte sich niemand von unseren Eltern gewagt, uns auf den Teller zu legen“, wütete Santamaría vor der Presse. Auch von dem Starkoch Ferran Adrià hielt er nichts: „Ich respektiere seine Arbeit, aber uns trennt Ethik, Konzept und Idee bei dem, was wir auf den Teller bringen“, schloß er.

 

Der Mord einigte sie

Erstmals seit über vier Jahren kam es anläßlich des jüngsten Mordanschlages der ETA gegen eine Kaserne der Guardia Civil im Baskenland zu vollständiger Solidarität zwischen den politischen Parteien . Wenige Stunden nach der Explosion  einer mit 150 Kilo Sprengstoff beladenen Autobombe,die einen jungen Guardia –Civil-Beamten in den Tod riß und vier weitere verletzte, verfaßten alle im Parlament vertretenen Parteien ohne Ausnahme ein Kommuniqué, in dem sie das Attentat  verurteilten und der Familie ihre uneingeschränkte Solidarität zusicherten. Die Unterzeichner des Dokumentes waren neben den regierenden Sozialisten der PSOE die konservative PP, die bisher eine stramme Opposition gegenüber der Verhandlungsbereitschaft von Ministerpräsident Zapatero mit der ETA betrieben hatte. Aber auch so unterschiediche Gruppen wie die katalanische rechtsbürgerliche CiU, die linkskatalanistische ERC, mehrere kleinere baskische Parteien und die Gewerkschaften Comisiones Obreras und UGT hatten in seltener Einmütigkeit den besonders brutalen Anschlag verurteilt. Die Heimtücke lag darin, dass nicht wie in dem meisten anderen Fällen ein anonymer Anrufer vor der Gefahr gewarnt hatte. Der junge Beamte Juan Manuel Piñuel, aus Melilla gebürtig, hatte sich schweren Herzens zu einem dreijährigen Dienst im Baskenland entschlossen, weil dies ihm eine Vorzugsbehandlung bei einer späteren Rückkehr nach Malaga eingebracht hätte, wo er zuvor gelebt hatte und wo er  sich zu Hause fühlte. Er war erst zwei Monate im für Guardia-Civil-Beamte besonders gefährlichen Baskenland und  hinterläßt eine Witwe und einen sechsjährigen Sohn.  Politische Beobachter stellten den Anschlag in Zusammenhang mit dem für den 20. Mai vorgesehenen Besuch des baskischen Präsidenten Juan José Ibarretxe bei Ministerpräsident Rodríguez Zapatero in Madrid, wo Ibarretxe erneut für eine Volksabstimmung über ein „Entscheidungsrecht der Basken“ werben will, dessen Ablehnung durch die Zentralregierung aber schon so gut wie feststeht.

A. Eisenführ



15.05.2008

Afrika soll moderner werden

Die stellvertretende Ministerpräsidentin María Teresa Fernández de la Vega reiste nach Nigeria, um an einem Kongreß „Frauen für eine bessere Welt“ teilzunehmen. Diese international besetzte Veranstaltung diente der Vertreterin Spaniens dazu, an die afrikanischen Staaten zu appellieren, in vieler Hinsicht moderner zu werden. So sollen diese Länder in Zukunft per Gesetz Polygamie und Beschneidung junger Mädchen verbieten. Die Klitorisentfernung sei eine Verletzung der Menschenwürde. De la Vega wurde von einem afrikanischen Potentaten gebeten, sich zusammen mit drei jungen Frauen fotografieren zu lassen. Sie glaubte, es handele sich um die  drei Töchter des kräftigen Afrikaners im besten Alter, doch erfuhr sie später, er habe ihr stolz seine drei Ehefrauen vorstellen wollen. Maria Teresa Fernández stammelte vor der Presse, hätte sie das gewußt, hätte sie sich niemals zu diesem Gruppenfoto hergegeben.

 

Gedämpfte Schadenfreude

„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“. Diese alte Volksweisheit gilt auch für die politischen Parteien. Die regierenden Sozialisten unter José Luis Rodríguez Zapatero konnten am Dienstag ihre Schadenfreude über den offen ausgebrochenen Machtkampf und die Zerreißprobe in der Oppositionspartei PP kaum verhehlen. Strahlende Gesichter im Parlament, aber trotzdem zurückhaltende Kommentare. Der Sprecher der Sozialisten im Kongreß, José Antonio Alonso, nannte die Entwicklung bei den Konservativen „beängstigend“. Sie führe zu einer sicherlich lange anhaltenden Instabilität, die vermutlich auch durch den PP-Kongreß im Juni nicht beendet werden könne.  Gleichzeitig bemühten sich die sozialistischen Politiker um Zurückhaltung. Es gehe darum, zu einer Zusammenarbeit mit der großen Gegenpartei bei so wichtigen Fragen wie der Justizreform und dem Thema Terrorbekämpfung zu gelangen, hieß es.

Sie sollen endlich verurteilt werden.

Die Staatsanwaltschaft des Madrider Gerichtshofes Audiencia Nacional dringt darauf, dass die zehn Islamisten, die im Januar in Barcelona festgenommen worden waren, weil sie allem Anschein nach terroristische Attentate in der Stadtmitte planten, nun vor Gericht gestellt werden. Sie befinden sich seit ihrer Verhaftung Mitte Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft.  Die Hauptanklage soll „Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung“ lauten.  Die Gesinnungstäter hätten zum Zeitpunkt der Verhaftung  bereits operative Handlungsfähigkeit besessen und seien dazu noch nahe daran gewesen, auch die technischen Mittel und Kenntnisse zum Bau von Sprengkörpern  zu erlangen.

 

Strom wird teurer

Als hätten die Menschen in Spanien nicht schon genug zu kämpfen mit den hohen Benzinpreisen, immer teurer werdenden Lebensmitteln und steigenden Hypothekenzinsen, will nun die Nationalkommission für Energie (Comisión Nacional de la Energía (CNE) die Strompreise zum 1. Juli um über 10 Prozent anheben, genauer gesagt um 11,3 Prozent.

 Die Ankündigung löste unverzüglich heftige Proteste aus, und zwar nicht nur von Seiten der Opposition, sondern auch von spanischen Verbraucherschutzverbänden. Sogar drei der neun Mitglieder der Kommission stimmten gegen den Antrag.  Bei einem bescheidenen Durchschnittshaushalt würden bei jährlichen Kosten  von 600 Euro  fünf zusätzliche Euro pro Monat, also 60 Euro pro Jahr entstehen.  Bei der jetzt vorgeschlagenen Erhöhung sind nur die reinen Produktionskosten für die Energie berücksichtigt. Weitere Erhöhungen könnten sich aus anderen Kostenfaktoren  wie der Einspeisung des  Stroms und dessen Weitertransportes bis hin zum Endabnehmer ergeben.

Obwohl es in Fachkreisen als unstrittig gilt, dass die Stromerzeuger ein gewaltiges Defizit bei den Produktionskosten verzeichnen, wurde doch ein negativer Einfluß auf die Inflationsentwicklung befürchtet, wenn die Schraube zu sehr angezogen würde.

 

Herzinfarkt als Arbeitsunfall

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Chef hatte eine Arbeitnehmerin in Bilbao einen Herzinfarkt erlitten, der auch Monate später noch nicht ausgeheilt war. Die gesetzliche Sozialversicherung  gestand der Frau jetzt zu, es habe sich um einen Arbeitsunfall gehandelt.

Die Frau war als Reinigungskraft in einem Sportclub angestellt und aus ungekannten Gründen mit dem Chef des Clubs in  Streit geraten. Anschliessend wurde ihr schlecht und man brachte sie ins Krankenhaus, wo ein akuter Herzinfarkt diagnostiziert wurde. Da die Frau bis heute nicht gesundgeschrieben werden konnte, war für sie die Beurteilung ihres Leidens als „Arbeitsunfall“ von entscheidender Bedeutung: die Leistungen der Sozialversicherung sind in so einem Fall wesentlich höher und in vielen Fälle besteht Anrecht auf eine Entschädigung.

 

Wieso Krise?

Schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres erreichte der weltweit agierende Handelsriese Wal-Mart einen Gewinn von über 3000 Millionen Euro.  Das Unternehmen UNILAND erzielte knapp 40 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr, Carrefour konnte seinen Umsatz auf dem spanischen Markt auf 3.560 Millionen Euro schrauben, was einem Zuwachs von acht Prozent entsprach  und auch das auf erneuerbare Energien setzende Unternehmen SOLARIA legte kräftig zu: Mit 20,7 Millionen Euro Umsatz – was zunächst bescheiden klingt – konnte es seinen Umsatz doch um über 600 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen.

 

Keine Wasserbeschränkung mehr in Sicht

Die üppigen Niederschläge der letzten Woche haben die Gefahr von Rationierungsmassnahmen für Trinkwasser zunächst abgewendet.  Es wird damit gerechnet, dass am kommenden Freitag das Verbot der Autowäsche, des Auffüllens von Schwimmbecken und der Strassenreinigung mit Wasser wieder aufgehoben wird.

 Inzwischen kam das erste Tankschiff mit Frischwasser aus Tarragona in Barcelona an und der Inhalt wurde unverzüglich in die Versorgungsleitungen eingespeist.

AE

 


14.05.2008

Internationales Padel-Turnier

Vom  12. bis zum 18. Mai findet im Königlichen Poloclub von Barcelona ein international besetztes Turnier im Padel statt. Es ist eine Abart des Tennis und steht in Spanien hoch im Kurs.  Bei diesem 10. Wettbewerb von Katalonien  treffen sich die besten Vertreter des professionellen Padel in der katalanischen Metropole. Auf fünf Plätzen gleichzeitig kämpfen hier der vierfache Weltmeister Juan Martín Diaz, die Nummer eins des Padel Pro Tour Fernando  Belastiguin, Hernán Auguste und Gaby Reca um den Sieg. Wieder dabei sind die Weltmeister Iciar Montes und Neki Berwing sowie  María Silvela, die bereits  drei Mal spanische Meisterin war. Das Preisgeld ist mit  insgesamt 40.000 Euro großzügig ausgestattet und wurde von internationalen Marken wie Coca Cola und anderen aufgebracht.  Vom 12. bis zum 15. Mai sind die Vorentscheidungen angesetzt. Ab dem 15. Mai nachmittags kämpfen dann 32 Paare um den Sieg. Das Final findet am 18. Mai statt und wird dem altehrwürdigen Poloclub  sicherlich einen großen Ansturm an Zuschauern bescheren.

 

Die Presse mundtot machen

Telma Ortiz, die Schwester von Doña Letizia, der Ehefrau von Kronprinz Felipe, will eine Mauer des Schweigens um sich, ihren Lebensgefährten und ihre knapp zwei Monate alte Tochter Amanda errichten.  Bei einem Gericht in Toledo stellte sie den Antrag, Presse, Fernsehen, Internet und Radio dazu zu verdammen, sich jeder Berichterstattung über sie und ihre Familie zu enthalten. Die Behauptung, sie sei  durch die  Heirat der Schwester ebenfalls zu einer öffentlichen Person geworden, bestritt die engagierte Helferin einer nichtstaatlichen Organisation, die bisher in Asien tätig war. Ihr Anwalt bezeichnete es als „unerträgliche Belästigung, wie die Medien sich seiner Mandantin bedienten und forderte eine vorsorgliche Entscheidung des Gerichtes zugunsten der Wahrung der Intimsphäre der bekannt gewordenen Frau. Nur bei öffentlichen Anlässen dürfte sie fotografiert werden, hieß es von der Klägerseite. Im Februar 2007 hatte sich die jüngste der drei Schwestern, Erika Ortíz, das Leben genommen. Es hieß, sie habe die Belagerung durch die Presse  nicht ertragen.

Zu dem Gerichtstermin hatten sich zahlreiche Journalisten und Fotografen eingefunden, um gegen das Ansinnen von Telma Ortiz zu protestieren.  Die Anwälte der Medien hielten ihr entgegen, es dürfe keine so starke Beschneidung der Informationsfreiheit geben.

 

Spezialausbildung für Medizinhubschrauber

Die neuesten Bestimmungen über die Handhabung von Spezialhubschraubern mit Notärzten an Bord zwangen  in der letzten Woche  40 Ärzte und Krankenpfleger zu einem Fortbildungskurs.  In Vielha in den Pyrenäen wurden  Einsätze dieser Zivilflugzeuge geübt. Die leitenden Ärzte zeigten sich mit dem Erfolg der Übungen zufrieden, zumal  eine Anzahl von Rettungen erfolgreich simuliert wurden.

 

Regional-Ave gut ausgebucht

In den ersten zwei Wochen seit der Indienststellung haben bereits 15.000 Passagiere den Regionalzug AVE genutzt.  Dabei wurde die Strecke Barcelona – Lerida von 11.200 Fahrgästen in Anspruch genommen, die Strecke Tarragona – Barcelona von 3.100 Fahrgästen. Wenig gefragt war die Verbindung zwischen Tarragona und Lerida.  Fachleute rechnen damit, dass bis zum Jahresende diese regionalen Hochgeschwindigkeitszüge bis zu 600.000 Passagieren befördern.

 

Sechs Tote über Pfingsten

In Katalonien kamen über Pfingsten sechs Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben.  Das war zwar die gleiche Zeit wie im letzten Jahr zum vergleichbaren Datum, doch unterschieden sich die Unfälle. In diesem Jahr gelangten in drei Fällen die  Autos auf die Gegenfahrbahn und stießen frontal mit anderen Autos zusammen.  Am letzten Freitag kamen in Tarragona zwei Menschen ums Leben, als ein LKW mit einem Kleintransporter zusammenstieß.

 

Taubenklau

Ein achtzehnjähriger Junge wird verdächtigt, im März dieses Jahres drei Mal einen Sportclub überfallen zu haben. Dabei habe er 300 Brieftauben gestohlen, die auf dem Schwarzmarkt einen Wert von rund 50.000 Euro hatten. Diese Brieftauben waren  für Flugwettbewerbe abgerichtet. Die Polizei hatte nach den Einbrüchen in den Sportclub in der Freihandelszone von Barcelona 14  dieser Tauben in schlechtem Gesundheitszustand aufgefunden. Da viele von ihnen beringt waren, konnte man sie identifizieren. Eines der Tiere wurde von seinem Eigentümer wiedererkannt und ihm zurückgegeben, während die  anderen einem öffentlichen katalanischen Sportclub für Brieftauben überlassen wurden.

 

Blumenschau zu Fronleichnam

Am Donnerstag, den 22. Mai feiert man in Spanien Corpus Christi, also Fronleichnam. Traditionell wird an diesem Tag in Rosas die Innenstadt mit Blumenmustern auf den Strassen geschmückt, wobei diese Gebilde seit einigen Jahren aus bunten Papierschnipseln bestehen. Um die Umwelt zu schonen, verzichten die Geschäftsleute auf die frühere Praxis, grosse Mengen von echten Blumen für diesen Brauch zu opfern. Am 24. und 25. Mai ist die Kirche reich mit Blumen – diesmal echten – geschmückt. Es lohnt sich also, in diesen Maientagen einmal durch unseren Nachbarort zu schlendern.

 

Schon vor 40 Jahren Wasserversorgung durch Zisternenschiffe

Anlässlich der umstrittenen Versorgung der Stadt Barcelona mit Wasser aus der Provinz Tarragona durch ein mächtiges Zisternenschiff hat die Zeitschrift EMPORDÀ ein altes Pressefoto ausgekramt, das zeigt, wie schon in den Jahren 1967 bis 1969 eine Ortschaft auf diese Weise mit Trinkwasser versorgt wurde: Cadaqués. Der beginnende Tourismus hatte den abgelegenen Küstenort derart überfordert, dass dringend Hilfe von außen notwendig wurde. Damals nahmen die Zisternenschiffe das Wasser in San Pedro Pescador auf und brachten es nach Cadaqués.  Das Pressefoto bewies auch, wie sehr sich der ehemalige Künstlerort zu seinem Vorteil verändert hat, auch wenn  manchem Besucher die noch immer starke Bautätigkeit nicht gefällt.

 

Innerner Streit in der PP

Auf zwei verlorenen Parlamentswahlen kann man schlecht eine erfolgreiche Kandidatur für den nächsten Urnengang aufbauen. Diese Einsicht mußte der Chef der oppositionellen konservativen Partido Popular, Mariano Rajoy, schmerzlich gewinnen, nachdem ihm erst kürzlich mehrere Spitzenleute von der Fahne gegangen waren: Zunächst  der Parteisprecher Eduardo Zaplana, der wie der ebenfalls zurückgetretene Generalsekretär  Angel Acebes zu den hard linern gehörte und nun auch noch  die im Baskenland hoch angesehene Maria San Gil. Die couragierte junge Politikerin hatte sich geweigert,  zusammen mit zwei anderen hochrangigen PP-Politikern das politische Programm ihrer Partei für den  im Juli anstehenden Sonderparteitag zu entwerfen. Die Öffnung der bisher stramm rechten Partei hin zu den nationalistischen Kräften  PNV im Baskenland und CiU in Katalonien erschien San Gil wie ein Verrat an den Richtlinien der Konservativen. Sie war nicht bereit, einen solchen mitzumachen und „knallte die Tür zu“, wie die Presse übereinstimmend berichtete. Damit verliert Rajoy eine der beliebtesten  Politikerinnen des Baskenlandes. Maria San Gil genießt in ihrer Heimat große Hochachtung, weil sie sich von den Morddrohungen der ETA nie einschüchtern ließ und erst kürzlich nach einer Krebsoperation wenige Tage später wieder „Gewehr bei Fuß“ ihre Arbeit in der PP fortsetzte.

Die Feinde von Mariano Rajoy, insbesondere die Autonomiechefin von Madrid, Esperanza Aguirre, leckten sich die Lippen. Bei so viel Unfrieden innerhalb der PP machte sich mehr als einer Hoffnung, Rajoy zu beerben, auch wenn es bisher als sicher gilt, dass der Oppositionschef bei dem Kongreß im Juli dieses Jahres noch nicht  abserviert wird. Aber bis zu den nächsten Wahlen im Jahr 2012 ist es noch lange hin. Der Zermürbungskampf innerhalb der PP hat begonnen.

AE

 

 

Nach dem Akt der öffentlichen Verkündigung in Margarita: Nachlese und Hinweise für Betroffene

Das, was viele nicht für möglich hielten, ist geschehen. Die "vorläufige Abtrennung des Volkseigentums" an den Kanälen von Santa Margarita ist vollzogen. Der Akt war in Hinsicht auf Organisation, Bürgerorientierung und Rechtsstaatlichkeit skandalös. Wenn man gegenüber Katalanen und Spaniern Vergleiche mit Deutschland anstellt, bekommt man oft zu hören : Espagna es diferente. Dabei vergisst man gern, dass wir nicht nur in Katalonien und Spanien leben, sondern auch in einem vereinigten Europa. Spanien und auch das Umweltministerium in Madrid haben viel Geld von Europa bezogen (auch von Steuern, die wir als Deutsche bezahlt haben). Dass man dann auch europäische Rechtsnormen und Rechte europäischer Mitbürger respektieren müsste, wird hierzulande noch nicht genügend realisiert.

In dieser Hinsicht war auch die Versammlung, die die Bürgermeisterin von Roses am Vorabend der öffentlichen Verkündigung arrangiert hatte, ein Fiasko.

Zu bemängeln war schon die Einladung, die auf der Website der Gemeinde nur in Katalanisch erfolgte. (Überhaupt ist zu fragen, warum die Gemeinde ihre Mitteilungen dort ausschließlich in Katalanisch macht.) Organisatorisch war die Veranstaltung unprofessionell vorbereitet und durchgeführt. Die Diskussion glitt der Bürgermeisterin völlig aus den Händen.

Die deutsche und englische Übersetzung fiel nach dem Anfang aus und die vielen Teilnehmer, die der spanischen oder katalanischen Sprache nicht mächtig sind, bekamen nur noch wenig mit und konnten sich kaum artikulieren.

Die Bürgermeisterin teilte mit, dass die Gemeinde "Einwände" gegen das "Abtrennungsvorhaben" in Madrid und Girona vorgebracht und beantragt habe, dass das Verfahren in die Hände der katalanischen Behörden übergehen solle. Es müsse das katalanische "Hafengesetz" zur Anwendung kommen. Sie betonte, dass sie auf Seiten der Eigentümer stehe.

Da die  schriftlichen Unterlagen (mit dem "Denkschrift" der Gemeinde für Girona), die das Ajuntament vorbereitet hatte, für die Teilnehmer bei weitem nicht ausreichten, sei hier die Internetadresse mitgeteilt, wo sie z.T. abgerufen werden können:

http://www.roses.cat/Arxius/Components/Component.31/Arxius/Cronologia.pdf

und

 

Wenn nun viele Betroffene meinen, die "Stadt wird´s schon richten", dann täuschen sie sich. Das katalanische "Hafengesetz" fällt nur milder aus als das spanische "Küstengesetz". Es sieht genauso wie das Küstengesetz die faktische Enteignung der privaten Liegeplätze und den 6 m breiten "Pflege- und Dienststreifen" vor (der allerdings nur eingerichtet werden soll, wo es geht) - wie auch der Rechtsanwalt der Gemeinde ausführte. Die Gemeinde ist an der Übernahme der Liegeplätze genauso interessiert wie der spanische Staat.

Ob die Einwendungen der Stadt Erfolg haben, ist zweifelhaft. Es ist kaum zu erwarten, dass sich der spanische Zentralstaat seine Vereinnahmungen wieder aus den Händen nehmen läßt.

Was ist nun für die Betroffenen zu tun? Wer jetzt nicht innerhalb der 15 Tage Einspruchsfrist schriftlich (und auf spanisch) seine " disconformidad" mit der Abgrenzung kundtut und seine "alegaciones" (Einwände) mit den notwendigen Unterlagen vorbringt, der erkennt die "Abtrennung" seines Eigentums an! Dabei ist der Rat, den die Bürgermeisterin erteilte, dass diejenigen, die nicht benachrichtigt wurden, nichts tun sollten, fragwürdig. Das könnte allenfalls dann angebracht sein, wenn der Name des Betroffenen auch nicht in den Listen, die im Rathaus auslagen, erschien. Denn in Spanien ist es für eine rechtsgültige Benachrichtigung ausreichend, wenn der Name des Betroffenen in/auf den amtlichen Mitteilungsorganen und -wegen veröffentlicht wurde.

Ich empfehle, dass die Betroffenen ihre Einsprüche über einen Rechtsanwalt einlegen, damit sie formgerecht ausgeführt werden. Es haben sich Gruppen von Eigentümern gebildet, die sich von verschiedenen Rechtsanwälten vertreten lassen. Es empfiehlt sich auch, nach "Gruppengebühren" und Honorarkosten zu fragen. Die teuerste Vertretung muß nicht die optimalste sein!

Was jetzt wichtig wäre, wäre Gemeinsamkeit und Öffentlichkeit herzustellen. (Absprachen der Gruppen, der Rechtsanwälte, Briefe an Politiker, diplomatische Vertretungen, Mitteilungen an Presse und Medien, vor allem im Ausland).

Wolfram Janzen

 

Der Vormarsch der "Konquistadoren" geht weiter - das nächste Ziel ist Empuriabrava

Die Zeitung "Diari di Girona" teilt am 10. Mai 2008 mit:

"Das Küstenamt wird das ´öffentliche Eigentum´ in den Kanälen von Empuriabrava abgrenzen. Das Umweltministerium wird dasselbe Vorgehen wie in Roses wiederholen"

Die Zeitung führt weiter aus, dass das Rathaus von Castello d´Empuries darauf hinweist, dass in Empuriabrava andere Verhältnisse als in Santa Margarita vorlägen. Hier seien die Grenzen zwischen Privateigentum und öffentlichem Bereich an und in den Kanälen klar. Man habe von Anfang an das "Küstengesetz" beachtet. Das Wasser sei von vorneherein öffentlich und der "Dienststreifen" von 6 m sei eingerichtet. Empuriabrava und seine Kanäle seien "Marina" mit Meerwasser und hier gelte nach dem Küstengesetz das "Llei de marines interiores" (Gesetz über die inneren Meeresgewässer). Die Kompetenz über die Kanäle liege bei der katalanischen Generalitat. Diese habe sie an eine Konzessionsfirma weitergegeben, die für die notwendigen Regulierungen sorge.

Nach Pere Iglesias, dem Zuständigen für die Stadtplanung, stelle das geplante Abgrenzungsvorhaben kein Problem für Empuriabrava dar. Man würde auch mit dem Vertreter des Küstenamtes in Girona, Enric Girona, reden und ihm die besonderen Verhältnisse der Marina darlegen. Man wolle auch gegebenenfalls die Bürger rechtzeitig informieren uind ein fünfsprachiges Faltblatt herausbringen.

Dass das Rathaus von Castello sich rechtzeitig auf das Kommende einstellt, ist positiv zu werten, auch dass es Bürgernähe anstrebt. Aber die Ausführungen von Pere Iglesias erscheinen doch sehr optimistisch. Es gibt auch in Empuriabrava private Liegeplätze und der 6 m-Streifen ist keinesfalls überall eingerichtet. Ob der spanische Staat sich durch die Einwendungen der Stadt davon abhalten lassen wird, wie in Margarita vorzugehen, ist fraglich. Die betroffenen Eigentümer in Empuriabrava tun gut daran, sich rechtzeitig - wie die Stadt -vorzubereiten.

Wolfram Janzen



13.05.2008

Seu Jorde in Barcelona

Der aus Río de Janeiro stammende Sänger, Komponist und Schauspieler Seu Jorge gibt am  Mittwoch, den 14. Mai um 21.00 Uhr im Palau de la Musica in Barcelona ein Konzert im Rahmen des Gitarrenfestivals. Eintrittskarten können telefonisch über
902 10.12.12 gebucht werden.

Am Dienstag, den 20. Mai, ebenfalls um 21.00 Uhr tritt Susheela Raman im Auditori  auf. Die aus Indien stammende Sängerin britischer Staatsbürgerschaft wurde im Jahr 2001 mit ihrer ersten Platte Salt rain (salziger Regen) international bekannt.  Die junge Künstlerin pflegt vor allem indische Kultur.

 

Gedämpfter Optimismus

Obwohl jede dritte Firma in Katalonien im ersten Trimester dieses Jahres einen Rückgang der Exportaufträge verzeichnete, blieb die Stimmung doch gedämpft optimistisch, was die weitere Wirtschaftsentwicklung betrifft. Bei 49 % der Unternehmen blieb die Auftragslage stabil, 21% konnten sogar eine Zunahme an Auslandsaufträgen verbuchen. So meinten bei einer Umfrage auch knapp 82 % der Befragten, ihr Geschäft sei stabil oder werde sich  in den kommenden drei Monaten beziehungsweise bis zum Jahresende sogar noch verbessern.

Gleichzeitig gaben fast 70 % zu, die gute Qualität der ausländischen Wettbewerber mache ihnen das Leben schwer, aber ebenso auch der Preiswettbewerb sowie die starke Stellung des Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen.

 

Kirschenernte gefährdet

Die starken Regenfälle der letzten Tage wurden zwar in ganz Spanien mit Erleichterung aufgenommen, da überall das Wasser knapp zu werden drohte. Aber wie ein spanisches Sprichwort schon feststellte: nunca llueve a gusto de todos – (niemals regnet es zum Gefallen aller), so  beklagten die katalanischen Obstbauern die Schäden, die die gerade erst zur Reife gelangten Kirschen in ihren Gärten angerichtet haben.  Die Gegenden Segrià, Maresme, Baix Llobregat und Ribera d’Ebre waren besonders stark betroffen. Auch in dem klassischen Obstanbaugebiet  Lerida regnete es über 36 Stunden an einem Stück und machte den Äpfeln, Birnen und Pfirsichen der diesjährigen Ernte schwer zu schaffen.

 

Zaragoza will dritte Stadt Spaniens werden

Die Hauptstadt des Aragon will es Barcelona mit seinen Olympischen Sommerspielen 1992, Sevilla mit der Expo’92 und Valencia mit der internationalen Segelregatta Copa América im Jahr 2007 nachmachen. Die in einem Monat beginnende Weltausstellung zum Thema Wasser soll dazu dienen, Zaragoza zur drittwichtigsten nach Madrid und Barcelona zu machen. Das würde Valencia von dem dritten auf den vierten Platz verweisen. Zaragoza liegt in fast genau 300 Kilometer Entfernung jeweils von Madrid, Barcelona und Bilbao.  Die Weltausstellung von 2008 pumpt riesige Gelder nach Zaragoza, das bereits eine gut entwickelte  Industrie hat, seit vor 20 Jahren die General Motors nach Figueruelas kam und damit den Grundstein für eine kräftige Zuliefererindustrie für den Automobilbau legte.  Auch die moderne Wiederaufbereitungsindustrie und ein avantgardistischer Logistikservice bieten wirtschaftliche Stabilität. Schon heute verfügt die Hauptstadt des Aragon über die höchste Kaufkraft innerhalb Spaniens. Die Logistikplattform PLAZA umfaßt heute 1.200 Hektar Fläche und ist damit die größte Europas. Überhaupt hat Zaragoza viel Platz zu bieten: das Gemeindegebiet ist 1.000 Quadratkilometer groß und damit zehn Mal größer als das von Barcelona bei  nur 675.000 Einwohnern. 

Bei der Bewerbung der Stadt Zaragoza für die ganz dem Thema Wasser gewidmete Weltausstellung vom 15. Juni bis 15. September konnte Bürgermeister Juan Alberto Belloch die Mitbewerberstädte Triest und Saloniki ausstechen. Die Kosten für Expo’08 liegen zu 70 Prozent  beim spanischen Staat, den Rest teilen sich  die Autonomie-und Stadtbehörden.  Zur Vorbereitung dieses Grossereignisses, bei dem man sich  eine lebhafte Teilnahme spanischer Bürger wünscht – nicht nur die ausländischer Gäste aus aller Welt – wurden neue Brücken über den Ebro gebaut und die Ufer saniert.

Die Indienststellung des Hochgeschwindigkeitszuges AVE ab Barcelona läßt die Reise nach Zaragoza wie einen Katzensprung erscheinen.

 

Spanien El Dorado für Schwule

Dass Spanien ein Einwanderungsland ist, konnte jeder Mensch, der mit offenen Augen durch seine Stadt geht, seit Jahren beobachten. Der Zuzug von Personen aller fünf Kontinente nach hier nahm ständig zu, sehr gut abzulesen an den Kindergesichtern in den Pausen auf den  Schulhöfen.  Jetzt entwickelt sich noch eine besondere Form der Immigration: Spanien wird zum Zielland einer großen Zahl von Homosexuellen aus Lateinamerika. Die Männer nehmen dabei in vielen Fällen eine merkliche Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Status’  in Kauf. In Lateinamerika gilt Homosexualität noch immer nicht als gesellschaftsfähig, wenn  sie nicht überhaupt als Stigma angesehen wird.  Im letzten Jahr betreute eine extra zu diesem Zweck gegründete Vereinigung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transsexuellen allein in Katalonien über 100 Menschen; in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es bereits 150.

 

Bakterien töteten Menschen in Krankenhaus

Die Staatsanwaltschaft von Madrid wurde beauftragt, eine besonders hohe Zahl an Todesfällen zu untersuchen, die sich in den letzten zwei Jahren im Krankenhaus Doce  de Octubre der Hauptstadt zugetragen hatten.  Besonders 18 Todesfälle weckten die Vermutung, es könne sich in der Intensivstation dieses berühmten Krankenhauses um eine Bakterie gehandelt haben, die sehr resistent gegen Antibiotika wurde und sich zudem noch sehr stark vermehrt.  Obwohl Direktor Joaquin Martínez einen direkten Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Auftreten der Bakterien bestritt, verfolgt die Staatsanwaltschaft doch vor allem diese Spur.  Seit April dieses Jahres trat kein weiterer Fall auf.

 

Delikatesse Schneckeneier

Der neueste Schrei der Designerküche à la Ferran Adrià ist der sogenannte „weiße Kaviar“. Klingt gut, ist aber doch nur Augenwischerei, wenn auch eine teure. Es handelt sich bei dieser Neuheit nämlich um nichts anderes als die Eier der guten alten Hausschnecke. Ein Kilo dieser winzigen durchscheinender Kügelchen kostet stolze 1.600 Euro, wobei man zugeben muß, dass die Produktion  solch zarter Gebilde auch aufwendig, schwierig und mühsam ist. Die Firma Sauló in Caldes de Montbui im Vallès Oriental widmet sich seit zwei Jahren dieser Aufgabe und konnte Adrià, dem Besitzer von El Bulli, bereits 15 Kilo davon verkaufen. Der katalanische Züchter denkt bereits an die Ausfuhr nach Frankreich, das Land, in dem am meisten Schnecken in ganz Europa gegessen werden.  Ob die nahezu geschmacklosen Eier mit ihrem  glänzenden Aussehen wenigstens ihrem Ruhm als Aphrodisiaca gerecht werden, muß die Praxis erst noch beweisen. Fest steht bisher nur, dass die 18.000 bei der Firma Sauló gehaltenen Schnecken sexuell in Hochform sind.

AE


12.05.2008

Streit um die Liegeplätze

In Santa Margarita schäumt der Zorn der  rund 2.500 Anwohner gegen die Pläne der katalanischen Regierung auf, die Liegeplätze der Urbanisation auf kaltem Wege zu enteignen, indem man neue Richtlinien für die Mindestabstände zwischen Strassen, Häusern und Kanälen festlegt.  Am 8. Mai fand eine sogenannte Anhörung vor Ort statt.. Dort hatten sich über 400 betroffene Menschen –die meisten von ihnen Ausländer – eingefunden, um gegen eine solche Neubewertung des öffentlichen Eigentums gegenüber dem in Notarakten verbrieften Privateigentum zu protestieren.  Nach dem Buchstaben des vor einigen Jahren erst verabschiedeten Küstengesetzes von Katalonien muß zwischen dem Kanalwasser und dem Privateigentum ein sechs Meter breiter Dienstbarkeitsstreifen (servidumbre) liegen, der der Verwaltung offensteht. Viele Hausbesitzer brachten vor, dass diese imaginäre Linie, würde sie wirklich angewandt, mitten durch ihr Wohnzimmer oder den Garten  führen würde. Bei der Anhörung kam es zu  Spannungen und lauten Vorwürfen der Eigentümer.

Die katalanische Regierung steht auf dem Standpunkt, auch dort, wo zunächst fester Boden in Privateigentum gestanden habe und dieser Boden erst später für die Schaffung neuer Liegeplätze ausgebaggert worden sei, habe die öffentliche Verwaltung  Zugriff auf diese Flächen, seit sie von Meerwasser überspült worden seien. Nun ist es zwar einsichtig, dass man Meerwasser nicht kaufen kann, doch die Proteste der Bürger von Santa Margarita gingen in eine andere Richtung: wenn dies so sei, weshalb hätten dann die Notare seinerzeit diese Liegeplätze in Notarurkunden (escrituras) protokolliert und die Registratoren der Grundbuchämter diese Urkunden ohne Weiteres ins Liegenschaftsregister eingetragen?  Die Bürgermeisterin von Rosas, Magda Casamitjana, nahm offen Partei für die Bürger von Santa Margarita. Sie sei bereit, bis in höchste Stellen vorzudringen, um zu erreichen, dass die Menschen ihr Privateigentum nicht verlören, sagte sie in einer öffentlichen Anhörung vor dem Ortstermin.

 

Behinderte Frau als Sexsklavin

In Prag wurde sie im Jahr 2001  von ihren Eltern als vermißt gemeldet. Jetzt wurde die inzwischen 28jährige geistig behinderte Frau im Stadtteil Raval in Barcelona aufgefunden. Dort hatte sie jahrelang täglich zehn Stunden lang als Sexobjekt für ihre Entführer gedient. Diese waren ein 37jähriger Slovake und eine 60jährige Tschechin. Beide zusammen kassierten über 6.000 Euro monatlich  für die Sklavendienste der Prostituierten. Sie war wegen ihrer geistigen Behinderung nicht in der Lage, allein auf die Strasse zu gehen und wurde über all die Jahre nur gelegentlich von ihren Entführern zu einem kurzen Spazierung in die frische Luft begleitet. Die Frau wurde in ein Heim eingeliefert und soll in Kürze in ihre Heimat zurückgebracht werden. Die Täter wurden angeklagt, blieben jedoch auf freiem Fuß.

 

Barcelona „das Davos des Sports“

Was Davos auf internationaler Ebene für die Wirtschaft ist, soll Barcelona innerhalb der nächsten Jahre für den Sport werden:ein Weltforum. Schon im Jahr 2009 sollen  1.500 Teilnehmer aus allen Sportdisziplinen  in die katalanische Metropole kommen, um  über soziale, wirtschaftliche, kulturelle, gesundheitliche und umweltspezifische Aspekte des Sports in seiner Vielfalt zu diskutieren. Unter dem Titel Global Sports Forum  will Barcelona damit einen Teil des Glanzes zurückgewinnen, den es durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1992 erlangte.  Unterstützt wird das Unternehmen von dem greisen  Ehrenpräsidenten des Olymischen Komitees, Juan Antonio Samaranch. Ihm war es zu verdanken, dass in der Vorentscheidung in Lausanne 1986 die Wahl für die Spiele von 1992  auf Barcelona fiel.

Die erste Veranstaltung dieser Art findet vom 26. bis 28. Februar 2009 statt und endet mit dem traditionellen Marathonlauf durch die Stadt. Finanziell unterstützt wird das Grossereignis von Havas Sports und  der Vereinigung Sport Cultura Barcelona. Ein entsprechendes Abkommen wurde von Bürgermeister Jordi Hereu unterzeichnet.

 

Regen auf die Blumen

Die Eröffnung der traditionellen Blumenschau in Gerona fiel buchstäblich ins Wasser. Heftige Regenfälle, die man seit Wochen herbeigesehnt hatte, gingen ausgerechnet am Tag der Eröffnung nieder und minderten das Interesse der Bürger an dem farbenfrohen Ereignis.  In der Altstadt hatten sich 62 Hinterhöfe herausgeputzt, 35 öffentliche Grünanlagen wurden besonders geschmückt, fünf Strassen und 16 Gärten rund um Gerona zeigten das Engagement, den Geschmack und  die Liebe zu den Pflanzen der vorwiegend weiblichen Bürger. Es wurde mit 500.000 Besuchern gerechnet, zumal die Veranstaltung in das Pfingswochenende fiel, an dem traditionell viele Franzosen über die Grenze nach Spanien kommen. 350.000 Stadtpläne mit genauer Beschriftung der einzelnen Arrangements wurden verteilt.  Als Rahmenprogramm waren Spiele für Kinder vorgesehen und Stände mit selbst gemachten Produkten eingerichtet.

 

Vorortzüge wieder kostenpflichtig

Die nach Barcelona und zum Flughafen El Prat führenden Vorortzüge der Linien C-2 Süd, C-7 und C-10 sind nicht mehr kostenfrei. Durch das Chaos, das im letzten Jahr durch den Streckenbau für den AVE entstanden war, sah sich die Bahnverwaltung gezwungen, den Passagiertransport kostenfrei vorzunehmen. Seit Pfingsten ist es damit vorbei: es muß wieder bezahlt werden.  Eine Blitzumfrage bei den Benutzern zeigte, dass die meisten Zugfahrer sich ohne Widerspruch in die neue Situation fügten, wobei die Argumente unterschiedlich ausfielen. „Schliesslich kostet das Auto auf Geld“, war zu hören oder „wenn der Zug  pünktlich fährt, ist er seinen Preis wert“.

 

Stellenbörse im Internet

Das Rathaus von Castelló hat eine website eingerichtet, auf der sich Menschen, die Arbeit suchen, über die Möglichkeiten informieren können, einen neuen Job zu finden. Unter www.castello.cat  soll vor allem an die Beschäftigten der Baubranche gedacht werden. Gerade in diesem Wirtschaftszweig verloren viele Arbeitnehmer durch die Immobilienkrise ihre Arbeit.

 

Schlechte Noten für Schwimmbäder

Sicherheitsmängel und  nicht eingehaltene hygienische  Vorschriften ergab die systematische Untersuchung der 21 öffentlichen Schwimmbäder des Küstenortes Blanes.  Von den  10 Hotels und 11 Campingplätzen, die über einen eigenen Pool verfügen,  erreichte kein einziger das Überprüfungsergebnis „gut“ oder gar „sehr gut“. Es fehlten  Hilfen für körperlich behinderte Menschen, um in die Becken zu gelangen oder die Wasserverhältnisse entsprachen nicht den strengen Vorschriften über Hygiene.  Sogar die chemische Zusammensetzung ließ in vielen Fällen zu wünschen übrig. Bei anderen fehlten die vorgeschriebenen Rettungsringe oder es gab Rutschbahnen für Kinder, die in öffentlichen Bädern verboten sind.

 

Katalanische Gastronomie in Granada

Auf Kundenfang ging eine Delegation von 40 Reiseunternehmen der Provinz Gerona in Granada. Den Andalusiern sollten die Vorzüge Kataloniens nahegebracht werden. Aber es sollte nicht nur eine gastronomische Veranstaltung werden, obwohl Produkte und Gerichte aus Katalonien eine wichtige Rolle spielten: Sardellen aus La Escala, die typische Wurst Botifarra, pan tomate, oder Bratwurst mit weißen Bohnen aus Santa Pau, die scharf gewürzten Kartoffeln aus Olot, Entenschinken und eine Auswahl an Wurst-und Käsesorten sollten den Vertretern der Tourismusbranche im Süden Lust auf eine Reise an die Costa Brava oder die katalanischen Pyrenäen machen.

AE

 






 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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